Die Aufgaben der Börsenmakler

Oktober 6th, 2011 § 0 comments

Börsenmakler sind an der Börse mit dem An- und Verkauf von Wertpapieren auf fremde Rechnung, der Kursfeststellung und dem Research beschäftigt. Für ihre Tätigkeit erhalten sie vom Auftraggeber eine Provision abhängig vom Transaktionsvolumen, aber unabhängig vom Erfolg (Gewinn oder Verlust) des ausgeführten Geschäftes.

Entwicklung des Berufes

Solange Börsenhandel ausschließlich auf dem Parkett der Börse stattfand, also über Hunderte von Jahren, war ein Handel ohne Börsenmakler für die Handelspartner im Prinzip kaum möglich, weil die Lokalität des Handelsplatzes – das Börsenparkett – der einzige Ort war, an dem zeitnah Kurse erfasst und Geschäfte durchgeführt werden konnten. Mit dem für jedermann zugänglichen Online-Handel hat sich die Situation etwas verändert, Marktteilnehmer können von ihrem heimischen Bildschirm aus genauso schnell wie die Händler auf dem Parkett Kurse verfolgen und handeln. Es gab zwar auch früher schon einen Handel ohne Börsenmakler, ein jeder konnte zu seiner Bank gehen und Wertpapiere kaufen, aber die Kurse waren dann veraltet, sie stammten bestenfalls aus der Morgenzeitung. Der Beruf des Börsenmaklers hat daher eine Jahrhunderte alte Tradition, Parkettplätze wurden oft lebenslänglich gekauft und innerhalb der Familie vererbt. Das Wissen um Handelstechniken wurde in Familien weitergegeben.

Börsenmakler im 21. Jahrhundert

Abgesehen von der amtlichen Kursfeststellung durch vereidigte Skontroführer der Börse haben freie Börsenmakler immer noch die Aufgabe, auf fremde Rechnung Wertpapiere anzukaufen und zu verkaufen. Sie nutzen dabei alle Möglichkeiten des elektronischen Handels, der Parketthandel, bei dem Händler sich gegenseitig Papiere auf Fingerzeig verkaufen, existiert aber nach wie vor. Das hat psychologische Gründe. Die Unmittelbarkeit des Parketthandels betrachten viele Börsenmakler und freie Trader als vorteilhaft gegenüber der reinen Kursbeobachtung oder dem Research über Nachrichten, weil sie die Stimmung auf dem Parkett für relevant erachten. Börse besteht nun mal zu 90 Prozent aus Psychologie. Auch ist auf dem Parkett zu beobachten, wenn ein stark kapitalisierter freier Trader (der auf eigene Rechnung handelt) oder ein Börsenmakler, der für große Fonds tätig ist, anfängt zu handeln. In diesem Moment sind starke Kursbewegungen zu erwarten.
Obgleich der elektronische Handel den automatischen Kauf und Verkauf zu bestimmten Kursen ermöglicht (der ja auch vorab festgelegt wird), haben Börsenmakler meist freie Hand durch ihre Auftraggeber, da diesen die Zeit und das Know-how für den Handel fehlen. Lediglich Gewinnmitnahmen und Verlustbegrenzungen können vorab festgelegt werden. Durch den großen Entscheidungsspielraum können Börsenmakler durch ihr Handeln große Kursbewegungen bis hin zu Crashs und Kaufpanik auslösen. Diese Bewegungen haben dann mit fundamentalen Daten nichts mehr zu tun. Ein anderes Phänomen ist die Antizipation von möglichen wirtschaftlichen und politischen Ereignissen durch die Börsenmakler, die Kurse laufen häufig voraus. Während in den Abendnachrichten düstere Wirtschaftsszenarien gemalt werden, steigen die Kurse bereits wieder an, und natürlich auch umgekehrt.

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