Finanzkrisen: Die größte Angst der Weltwirtschaft

Oktober 6th, 2011 § 0 comments § permalink

Finanzkrisen: Eine allgemeine Definition
Finanzkrisen bezeichnen Phasen, in denen durch einen Rückgang der Vermögenswerte die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen oder Staaten derart drastisch beeinträchtigt wird, dass die ökonomische Aktivität des betreffendes Landes nachhaltig geschädigt wird. Durch die Globalisierung und die weltweit vernetzten Finanzmärkte springen Finanzkrisen in der Regel von einem Land auf andere Länder über. Nationale Finanzkrisen sind deshalb selten geworden. Meist sind sie international. Finanzkrisen werden wegen ihrer Ansteckungsgefahr gefürchtet.

Finanzkrisen: Die Angst vor der Ansteckungsgefahr
An der internationalen Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 kann man lehrbuchartig den typischen Verlauf einer Finanzkrise nachverfolgen, weshalb die Gesellschaft für deutsche Sprache die Finanzkrise auch zum „Wort des Jahres 2008“ kürte. Alles begann auf dem nordamerikanischen Immobilienmarkt, wo Papiere zwischen den Banken gehandelt wurden, die längst nicht den Wert hatten, den die Finanzinstitute damals in diesen vermuteten. Irgendwann war der Rückgang dieser Vermögenswerte unübersehbar. Tatsächlich waren die inzwischen als „Giftpapiere“ getauften Anlagen praktisch wertlos. Die weltgrößte Investmentbank Lehmann Brothers musste in der Folge Konkurs anmelden, woraus eine dramatisch Kettenreaktion entstand. Banken, die Lehmann große Summen geliehen hatten oder ebenfalls die „Giftpapiere“ hielten, gerieten wirtschaftlich ins Trudeln. Die Banken hörten sofort auf, sich untereinander Darlehen zu geben. Zu diesem Zeitpunkt war die Finanzkrise längst international und jetzt folgte die gefürchtete Ansteckung. Die Finanzinstitute hörten ebenfalls auf, der Realwirtschaft Darlehen zu geben, die deshalb Investitionen verschieben musste oder Schulden nicht zahlen konnte. Aus der Finanzkrise erwuchs eine Wirtschaftskrise. Dieses ist typisch: Finanzkrisen sind fast immer Krisen der Realwirtschaft vorgeschaltet, weil die Banken als Finanzierer ausscheiden.

Das Ende von Finanzkrisen
Am Ende einer Finanzkrise steht eine Rekapitalisierung der Banken. In der Theorie muss diese durch den Markt selbst erfolgen. Die Finanzinstitute trennen sich von de schädlichen Anlagen. Die zu schwachen Banken melden Konkurs an, während sich die stärkeren Häuser konsolidieren. Die Rekapitalisierung kann jedoch auch durch die Realwirtschaft erfolgen. Die dortigen Unternehmen erholen sich, bezahlen Darlehen zurück oder beginnen damit, wieder Investments in Finanzprodukte zu tätigen. Faktisch entschied sich die Weltpolitik in den letzten drei Jahren, ein künstliches Ende der Finanzkrisen herbeizuführen. Der Staat sorgte dadurch, dass er die schädlichen Papiere aufkaufte und die Realwirtschaft über Konjunkturprogramme stützte, selbst für eine Rekapitalisierung der Banken. Allerdings vertreten nicht wenige Experten die Ansicht, dass mit diesem künstlichen Eingriff bereits die Grundlage für eine neuerliche Finanzkrise gelegt wurde, da die Staaten ihre eigene Kreditwürdigkeit auf diese Weise drastisch geschwächt haben, was zu einer Abwertung der Staatsanleihen der betreffenden Länder führte, was dem Rückgang von Vermögenswerten gleichkommt, der am Anfang der Krise steht.

Die Aufgaben der Börsenmakler

Oktober 6th, 2011 § 0 comments § permalink

Börsenmakler sind an der Börse mit dem An- und Verkauf von Wertpapieren auf fremde Rechnung, der Kursfeststellung und dem Research beschäftigt. Für ihre Tätigkeit erhalten sie vom Auftraggeber eine Provision abhängig vom Transaktionsvolumen, aber unabhängig vom Erfolg (Gewinn oder Verlust) des ausgeführten Geschäftes.

Entwicklung des Berufes

Solange Börsenhandel ausschließlich auf dem Parkett der Börse stattfand, also über Hunderte von Jahren, war ein Handel ohne Börsenmakler für die Handelspartner im Prinzip kaum möglich, weil die Lokalität des Handelsplatzes – das Börsenparkett – der einzige Ort war, an dem zeitnah Kurse erfasst und Geschäfte durchgeführt werden konnten. Mit dem für jedermann zugänglichen Online-Handel hat sich die Situation etwas verändert, Marktteilnehmer können von ihrem heimischen Bildschirm aus genauso schnell wie die Händler auf dem Parkett Kurse verfolgen und handeln. Es gab zwar auch früher schon einen Handel ohne Börsenmakler, ein jeder konnte zu seiner Bank gehen und Wertpapiere kaufen, aber die Kurse waren dann veraltet, sie stammten bestenfalls aus der Morgenzeitung. Der Beruf des Börsenmaklers hat daher eine Jahrhunderte alte Tradition, Parkettplätze wurden oft lebenslänglich gekauft und innerhalb der Familie vererbt. Das Wissen um Handelstechniken wurde in Familien weitergegeben.

Börsenmakler im 21. Jahrhundert

Abgesehen von der amtlichen Kursfeststellung durch vereidigte Skontroführer der Börse haben freie Börsenmakler immer noch die Aufgabe, auf fremde Rechnung Wertpapiere anzukaufen und zu verkaufen. Sie nutzen dabei alle Möglichkeiten des elektronischen Handels, der Parketthandel, bei dem Händler sich gegenseitig Papiere auf Fingerzeig verkaufen, existiert aber nach wie vor. Das hat psychologische Gründe. Die Unmittelbarkeit des Parketthandels betrachten viele Börsenmakler und freie Trader als vorteilhaft gegenüber der reinen Kursbeobachtung oder dem Research über Nachrichten, weil sie die Stimmung auf dem Parkett für relevant erachten. Börse besteht nun mal zu 90 Prozent aus Psychologie. Auch ist auf dem Parkett zu beobachten, wenn ein stark kapitalisierter freier Trader (der auf eigene Rechnung handelt) oder ein Börsenmakler, der für große Fonds tätig ist, anfängt zu handeln. In diesem Moment sind starke Kursbewegungen zu erwarten.
Obgleich der elektronische Handel den automatischen Kauf und Verkauf zu bestimmten Kursen ermöglicht (der ja auch vorab festgelegt wird), haben Börsenmakler meist freie Hand durch ihre Auftraggeber, da diesen die Zeit und das Know-how für den Handel fehlen. Lediglich Gewinnmitnahmen und Verlustbegrenzungen können vorab festgelegt werden. Durch den großen Entscheidungsspielraum können Börsenmakler durch ihr Handeln große Kursbewegungen bis hin zu Crashs und Kaufpanik auslösen. Diese Bewegungen haben dann mit fundamentalen Daten nichts mehr zu tun. Ein anderes Phänomen ist die Antizipation von möglichen wirtschaftlichen und politischen Ereignissen durch die Börsenmakler, die Kurse laufen häufig voraus. Während in den Abendnachrichten düstere Wirtschaftsszenarien gemalt werden, steigen die Kurse bereits wieder an, und natürlich auch umgekehrt.

Finanz und Wirtschaft

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Finanzen und Wirtschaft – das ist eine Beziehung, die untrennbar miteinander verbunden ist, denn beide können nicht ohne einander.

Eine Wirtschaft lebt vom Austausch von Gütern und Dienstleistungen. Ein Produzent stellt eine Ware oder eine Dienstleistung her und verkauft diese. Im Gegenzug erhält er einen finanziellen Ausgleich in Form von Geld. Letztlich funktioniert eine Wirtschaft also aus dem Austausch von Produkten und Dienstleistungen gegen Geld.

Doch gleichzeitig werden Finanzen in ihrem Wert beeinflusst, wenn sie in die Wirtschaft eingebracht werden. Wird nämlich viel hergestellt und verkauft – man spricht dann von einer boomenden Wirtschaft – gelangen dafür viele finanzielle Mittel in die Wirtschaft, die Menge an Geld nimmt zu. Gleichzeitig steigen die Preise durch die hohe Nachfrage, was noch mehr finanzielle Mittel in Umlauf bringt. Eine starke Konjunktur mit guten wirtschaftlichen Aussichten führt also dazu, dass zu viel Geld im Umlauf ist. Steigende Preise und eine hohe Geldmenge führen zu dem gefürchteten Phänomen der Geldentwertung, unser Geld und unsere Finanzen werden weniger wert. Spätestens dann ist es an der Zeit, dass sich auch die Politik in den Kreislauf von Finanzen und Wirtschaft einbringt. Sie hat Möglichkeiten, die im Umlauf befindliche Geldmenge und die Inflation zu regulieren.

Eine Maßnahme, die regelmäßig greift, wenn eine Wirtschaft gegen die Inflation kämpft, ist die Anhebung der Leitzinsen durch die nationalen Notenbanken. Sie führt dazu, dass Finanzierungen teurer werden. Somit wird die Nachfrage sinken – und mit ihr Stück für Stück auch die im Umlauf befindliche Geldmenge sowie die Preise. Wenn sich der Kreislauf soweit normalisiert hat, dass das die Konjunktur, das Preisniveau und die Geldmenge wieder auf einem vertretbaren Niveau angelangt sind, kann die Politik erneut steuernd eingreifen, um die Nachfrage wieder zu beleben. Allerdings kann sie die Volkswirtschaft auch aus sich selbst heraus regulieren lassen.

Diesen Zusammenhang von Finanzen und Wirtschaft erleben wir täglich in den Wirtschaftszeitungen, in den Nachrichten und wo immer man das aktuelle wirtschaftliche und politische Tagesgeschehen verfolgt. Im Jahr 2009 sprach man von einer weltweiten Rezession, die dank diverser staatlicher Maßnahmen im Jahr 2010 in Europa weitgehend überwunden war. Einige Nationen gingen sogar gestärkt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise hervor. Anfang des Jahres 2011 tauchten in Deutschland erste inflationäre Tendenzen auf. Seit Sommer 2011 spricht man nun von der Angst vor der nächsten Krise, die auch begünstigt wird durch Schuldensünder in ganz Europa. Der Kreislauf aus Wirtschaft und Finanzen greift also weiterhin, ebenso wie die Steuerung durch die Politik.